“Regelbetrieb ohne Probleme” oder: Wie rede ich mir alles schön

Gestern fand die Info-Versanstaltung der Firma Meinhardt statt. Sie wollte darüber informieren, wieso/weshalb/warum es stinkt.

Ein bisschen mutet es an wie ein Lehrstück aus der PR-Abteilung und hätte fast schon Potential für einen dieser groß angekündigten Filme auf sat.1, RTL, Pro7 oder so, die in den Trailern wahnsinnig viel versprechen und am Ende nichts halten.
Wahrscheinlich wurde der große Almanach der Psychologie aufgeschlagen, der besagt, wenn du negative Kritik anmerken möchtest, musst Du zunächst das Gute der Sache hervorheben bzw. Eingeständnisse machen. Sowas wie: “Das Bild, das du da gemalt hast, ist wunderschön. Die Farben passen so gut zusammen und sind sehr harmonisch.” Darauf folgt dann der nett verpackte Kern: “Beim nächsten Bild solltest du aber weniger schwarz verwenden, dann wird es noch schöner.”

Ganz nach diesem Beispiel gesteht die Firma Meinhardt ein, dass es Anfangs Probleme mit den Maschinen gab, deshalb hat es gestunken. Natürlich sind die alle längst schon gelöst.
Der Begriff “schon längst gelöst” ist natürlich individuell dehnbar. Vergangen Freitag z.B. stank es am Nachmittag in Weisenau, stärker noch in Laubenheim, so richtig schön herzhaft nach Pups. Also verstehe ich, die Firma Meinhardt versteht unter “schon lange gelöst”, dass es zufälligerweise die letzten drei Tage mal nicht gestunken hat. Prima!
Das scheint auch zu bedeuten, dass sich schlussendlich nichts ändern wird und wir uns auf einen gehaltvollen Somme freuen dürfen.
Wollen wir das?

Die AZ berichtete heute über die Infoveranstaltung, hier gehts zum Artikel:
http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/stadtteile/laubenheim/10158468.htm

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Neuer Lokalbote Laubenheim – Oktober 2010

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Macht uns die Firma Meinhardt alle krank?

(Siehe auch AZ vom 04.10.2010)


Sind die Bürgerinnen und Bürger in Weisenau und Laubenheim besonders gefährdet?
Unter diesen Bedingungen muss der Firma Meinhardt die Betriebserlaubnis entzogen werden.

Zur Gesundheitsgefährdung werden auch noch jährlich 320.000 Tonnen, das sind 320 Millionen Kilogramm, Siedlungs- und Gewerbeabfälle sowie Sperrmüll, Altholz und darunter auch bis zu 10.000kg hoch belastetes A 4-Holz in hunderten LKWs täglich z.T. auch über die B9 donnern.
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In den letzten Wochen und Monaten wurden insbesondere die Stadtteile Weisenau und Laubenheim immer wieder von übelsten Geruchswolken durch- bzw. überzogen.
Der Grund hierfür war (und ist?), dass die Firma Meinhardt auf ihrem Gelände (ehemalige Portland) unerlaubte bzw. nicht genehmigte Stoffe verarbeitet hat, die in der Folge zu den ekelerregenden Geruchsbelästigungen geführt haben. Wie viele Bürger Weisenaus uns berichteten, war ein Aufenthalt im Freien nicht mehr möglich, Fenster und Türen mussten geschlossen werden.
„Diese teilweise mehr als nur erheblichen Geruchsbelästigungen in den vergangenen Wochen zeigen, dass die Aktivitäten des Unternehmens Meinhardt so nicht genehmigungsfähig sind und auch nicht genehmigt wurden.“
Ganz davon abgesehen, dass dieser Gestank nicht akzeptiert werden kann, steht die Vermutung nahe, dass gesundheitliche Schädigungen der Bevölkerung nicht auszuschließen sind, so jedenfalls die Presse am 04.10.2010.
Apropos Presse: in dieser wird uns seit mehr als anderthalb Jahren, genauer gesagt, seit dem 11.02.2009, die Frage, ob es zu Geruchs- und Lärmbelästigungen kommen kann, seitens der Firma Meinhard immer wieder mit einem klaren Nein! beantwortet, und Herr Reichel schließt sich dieser Unwahrheit auch noch an (06.07.2009). Die Realität ist jedoch, dass dieses klare Nein! ganz gewaltig zum Himmel stinkt.
Herr Reichel hat zwar in einer der tiefsten Ecken Weisenaus (Dr. Friedrich Kirchoff-Straße) nach dem Geruch geguckt und hat ihn auch gefunden, was ihn zu der Aussage veranlasst: „Wenn so eine Anlage neu eingefahren wird, kann es dazu führen, dass es mal stinkt.“
Dass der Gestank aber nicht alleine durch das Einfahren der Anlage verursacht wurde, sondern durch die Verarbeitung nicht genehmigter Stoffe, hat Herr Reichel dabei wohlwollend übersehen.
In diesem Zusammenhang ein interessanter Vergleich: Ein Installateur arbeitet sein Berufsleben lang mit Gas bzw. Gasleitungen. Immer, wenn er eine neue erstellte Anlage in Betrieb nimmt, jagt er erst mal drei Häuser in die Luft, mit der Begründung „kann beim Ein- bzw. Anfahren der Anlage ja mal passieren.“
Die Firma Meinhardt hat durch die Verarbeitung unerlaubter Stoffe eindeutig gegen rechtliche Vorgaben verstoßen, und Herr Reichel deckt dieses auch noch mit dem Spruch „kann ja mal passieren!“. (Bei Herrn Reichel bedeutet dieses mal = Wochen und Monate?)
In seinem neuesten Statement gibt Herr Dr. Hoffmann, Firma Meinhardt, an „dass er versuchen wird die Geruchsbelästigungen zu minimieren oder abzustellen“ (wie war das noch mit dem klaren Nein?“).
Versuchen? Das ist in aller Regel eine Form von Hilflosigkeit und zeigt entweder, dass Herr Dr. Hoffmann nicht weiß wie’s geht oder besser, dass er gar nicht vor hat, diesen Gestank abzustellen.

Frei nach dem Motto:
So werden wir kräftig zu Profit gelangen, doch leider sind die Bürger dabei draufgegangen.

Weitere Informationen erhalten Sie demnächst bei unserer Unterschriften-Aktion.
Fragen oder Beiträge können Sie stellen unter Mail:
Gemeinschaftcontraentsorgung@yahoo.com
sowie an Herrn Stemann, Telefon: (0171) 503 32 61 oder Fax: (0 61 31) 972 92 28
Die in Gründung befindliche Bürgerinitiative wird geleitet von:
Ludwig Weingärtner und Heinrich Pohl
Weitere Informationen erhalten Sie auch auf unserer Homepage sowie in unserem Forum
unter www.mainz-weisenau.de
(Leitung: Peggy Ahr)

Schließen Sie sich in Ihrem eigenen Interesse unserer Bürger-Initiative an!
Mainz,10.10.2010

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Es stinkt!


Man kennt das ja:

Ist der Rasen frisch gemäht, dann duftet dieser Grünschnitt einfach nur wunderbar. Das Kopfkino  inszeniert einen Film mit blühenden Sommerwiesen, den man am liebsten in Endlosschleife abspulen möchte. Für die, die diesem Duft nicht widerstehen können und auch im Winter nicht darauf verzichten wollen, gibt es z.B. auf dem Mainzer Weihnachtsmarkt Duftöle, die sich „Gemähtes Gras“ nennen und manchmal sogar der Richtung sehr nahe kommen.

Man kennt das ja aber auch:
Entsorgt man nicht möglichst zeitnah den geschnittenen Rasen, dann stinkt er mindestens ab Tag zwei gen Himmel. Vorbei mit dem schönen Sommerwiesen-Feeling. Hat man diesen grünen Abfall nicht abgedeckt und es rieselt noch eine ordentliche Portion Regen darauf, dann hält man fast schon die Luft an, um den Gestank nicht einatmen zu müssen. Ganz zu Schweigen von dem Groll, den man dann oft gegen sich selbst hegt: „Hätte ich es mal gleich entsorgt.“

Für die, die keinen Garten haben, die keinen Rasen mähen müssen, möchte ich an dieser Stelle das Beispiel mit dem faulen Blumenwasser anbringen.

Nun, hätte am vergangenen Wochenende jeder Weisenau tatsächlich die Luft angehalten, um so dem Gestank zu entkommen, hätten die örtlichen Bestatter und das Friedhofsamt nun wohl ein Problem. So viel Platz ist auf dem Friedhof nämlich nicht mehr, auch nicht mit unserer schönen neuen Urnenwand.

Die Firma Meinhardt Städtereinigung GmbH & Co. KG lagert auf dem Areal des ehemaligen Portland-Geländes ohne Genehmigung stinkende Grünabfälle.

Umweltdezernet Wolfang Reichel sieht das nicht so eing und meint, das bisschen Geruch sei nicht der Rede wert. „Als ich das erste Mal davon gehört habe, habe ich geguckt, ob ich irgendetwas riechen kann. Nur in der Kurve von der Dr. Friedrich-Kirchhoff-Straße war etwas zu bemerken.“, sagt er im Interview der AZ vom 02.10.2010.

Erstaunlich, lieber Herr Reichel, dass Sie Gerüche gucken können. Bravo! Ich würde vorschlagen, mit dieser Kunst sollten Sie sich doch mal bei „Wetten, dass..?“ bewerben. Die mögen solche Wetten nämlich gerne. Wir Zuschauer freuen uns ja auch immer darüber, wenn mal jemand aus der Region vor die Kamera darf.

Noch erstaunlicher, dass Sie nur mal in der Kurve der Dr. Friedrich-Kirchoff-Straße „geguckt“ haben. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, Ihnen einen Stadtplan von Weisenau zukommen zu lassen, damit Sie mal „gucken“ können, wo sich das Areal der Firma Meinardt so erstreckt und wo es eventuell noch ein bisschen riechen könnte.

Vielleicht findet sich auch noch ein Laubenheimer, der ein Kärtchen spenden möchte, denn da hat es auch bisschen gerochen, was sie ja nicht sehen konnten, weil Sie da auch nicht geguckt haben.

Wie die AZ am Montag berichtete, soll demnächst ein Infoabend stattfinden.

Vielleicht kann man ja da mal gemeinsam gucken.

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